Ionel Chirita
geboren 1954 in Brasov, Rumänien
Lehrer für Violine
Meine Ziele und Methoden beim Geigenunterricht
Falls Sie zu den zahleichen Menschen gehören, die sich überlegt haben das Geigenspiel
zu lernen – haben Sie sich schon einmal gefragt, worauf es denn beim Erlernen des
Instrumentes ankommt…?
Ist ein gefeierter Virtuose, ein brillanter Solist, zu dem man bewundernd hinaufschaut
auch gleichzeitig ein guter Geigenlehrer?
Nicht unbedingt! Gerade bei Anfängern sind die Grundlagen wichtig, denn diese
bilden die Basis für die jahrelange Entwicklung eines vollendeten Violinspiels und des
dazugehörigen „guten Tones“.
Ein Beispiel: beim Bau eines Hauses ist eine Sache essentiell, obwohl man sie nicht sieht
und die harte, mühselige Arbeit die dahinter steckt bleibt dem Betrachter ebenso
verborgen: das Fundament. Von der Qualität des Fundamentes sind die Beständigkeit
und Standfestigkeit des Hauses abhängig – vergleichbar dazu ist die musikalische
Grundausbildung des Geigenspiels die sichere Basis für eine mögliche lange
Musiklaufbahn. Und ein weiterer Aspekt sollte nicht vergessen werden: mehrere
wissenschaftliche Studien belegten, dass beim Erlernen eines feinmotorischen
Instruments wie der Violine beide Teile des Gehirns gleichmäßig trainiert werden, und
die Verbindung zwischen den Hälften untereinander bestmöglich entwickelt wird.
Dies wirkt sich letzten Endes unter anderem auch auf die Feinmotorik, und die
(Reaktions)geschwindigkeit aus.
Mein Ziel als Pädagoge ist es, dass meine Schüler letzten Endes mindestens genauso
gut spielen wie ich. Einige, muss ich mit etwas Stolz sagen, haben das geschafft und
mich überholt. Die meisten jedoch haben diese Absicht gar nicht: sie (oder ihre Eltern)
wollen nur eine zusätzliche musikalische Bildung parallel zur Schulausbildung, die
Erwachsenen Schüler hingegen wollen ein anspruchsvolles Hobby, das dennoch Spaß
und Freude macht.
Was kann es für einen Menschen anspruchsvolleres geben, als auf einem schmalen,
schwarzen Holzbrett, dem sog. Griffbrett, eine fast unendliche Vielzahl an Melodien
und Tönen nur durch einen feinfühligen Tanz kleinster Bewegungen der Finger zu
erzeugen?
Die verschiedenen Musikinstrumente entwickeln jeweils bestimmte Fähigkeiten des
Spielers besonders, jedoch nur wenige erfordern die durchgehende Kontrolle der
Intonation jedes einzelnen Tons!
Ein Pianist überlässt die Sorge des „Finetunings“ ca. einmal im Jahr einem Spezialisten,
dem Klavierstimmer, ansonsten muss er eben nur die richtige Taste treffen. Das Klavier
ist seit J.S. Bachs Zeit, im Gegensatz zur Violine, ein „wohltemperiert“ gestimmtes
Instrument. Die genaue Definition würde hier den Rahmen sprengen, wenn Sie
möchten können sie sich hier genauer informieren.
Die Entwicklung des „nicht-temperierten“ Gehörs ist bei der musikalischen
Früherziehung angehender Sänger sehr wichtig: sie kann zur Bildung des absoluten
Gehörs führen!
Erfahrung bekommt man nicht nur in der Anzahle der Jahre, die man unterrichtet.
Erfahrung sammelt man auch durch die Arbeit mit den unterschiedlichen Schülern, für
die man jeweils eine individuelle Methodik entwickeln muss.
Hier ein besonderer Fall, von dem ich Ihnen erzählen möchte:
Eine Mutter bat mich ihrer zwölfjährigen Tochter, die bereits seit 3 Jahren Geige spielte,
Unterricht zu geben. Ich stellte schnell fest, dass sie nicht fähig war, einen Halbton von
einem Ganzton zu unterscheiden, es war ihr einfach nicht möglich. Trotz meiner
Empfehlung, lieber ein Tasteninstrument zu erlernen hatte das Mädchen den sehr
starken Willen, weiterhin Violine zu spielen. Ich entschied mich also sie zu
unterrichten, was sich als absolut richtige Entscheidung erwies, denn sonst hätte ich
vielleicht nie die Möglichkeit gehabt mich und meine Lehrmethoden auf diese Weise
weiterzuentwickeln. Nach einem Jahr herausfordernder Arbeit fing sie schließlich an,
ihre Intonation von selbst zu verbessern.
Zur Musik:
Selbstverständlich basiert meine Lehrmethode auf der klassischen musikalischen
Ausbildung nach Noten, jedoch habe ich mir zusätzlich noch eine zusätzliche
Methodik angeeignet:
Weil es Musik schon so lange gibt wie die Menschheit selbst, die Schrift und somit die
Notation von Musik jedoch erst seit ein paar Jahrhunderten, übe ich mit den Schülern
auf zwei Weisen, auch ohne Noten spielen zu können: zum einen durch das auswendig
lernen der von Noten gelernten Stücke; zum Zweiten direkt nach Gehör. Schritt nach
Schritt lernen die Schüler kleine und immer länger werdende Melodien nachzuspielen.
Ein unglaublich langfristig effektives Training des Gehörs und vor allem des
Gedächtnisses!
Diese Spielweise führt außerdem zur „Befreiung“ vom Notenblatt und bildet die
Grundlagen für eine der faszinierendsten und schwierigsten Techniken überhaupt: der
Improvisation und die Fähigkeit direkt in eine andere Tonart zu transponieren!
Zum Repertoire:
Mein Lehrrepertoire stellt sich aus zahlreichen Duos aus verschiedensten Musikrichtungen (Klassik, Kinderlieder, internationale Folklore…), technischer Übungen und - je nach Fortschritt und Geschmack- Konzertrepertoire zusammen.
